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Häusliche Pflege

Aktuelle Ausgabe: 05/2008

Den kompletten Text lesen Sie in: Häusliche Pflege 05/2008


Was ist der Pflegedienst wert?
Unternehmensbewertung in der ambulanten Pflege

Ob bei Bankgesprächen, Verkaufs-, Kooperations- oder Fusionsabsichten: Es gibt viele Situationen, in denen das Pflegedienst-Management einschätzen muss, was das Unternehmen überhaupt wert ist. Dabei kommt es vor allem darauf an, immaterielle Werte wie Patientenstamm, Kundenbeziehungen und Branchenkontakte einzuordnen.


Häufig stellen sich Pflegedienstbetreiber die Frage, was ihr Unternehmen, der ambulante Pflegedienst, überhaupt wert ist. Etwa wenn die Kredit finanzierende Bank nach Sicherheiten für einen Betriebsmittelkredit verlangt oder bei der Aufnahme von Gesprächen über Kooperationen und Fusionen; bei Privatpersonen wird zum Beispiel im Scheidungsverfahren nach dem Wert des Unternehmens gefragt. Dieser Beitrag will Anregungen geben und Problemkonstellationen aufzeigen; er liefert keine erschöpfende Einführung in das Unternehmenskaufrecht, noch kann und will er die unterschiedlichen Methoden der Unternehmensbewertungen verbindlich klären.
Der erste Rat zum Thema muss lauten:
- Ein Unternehmenskauf oder -verkauf sowie eine Bewertung des Unternehmens gehören in die Hände von erfahrenden unabhängigen Beratern. Diese müssen - am besten bereits von berufswegen - zur Verschwiegenheit verpflichtet sein.

Von Ronald Richter
Ronald Richter ist Fachanwalt für Steuerrecht und Gründer der Kanzlei RICHTERRECHTSANWÄLTE


Die richtige Kleidung  Schutz für Mitarbeiter und Kunden
Arbeits- und Schutzkleidung in der ambulanten Pflege

Bei vielen Tätigkeiten in der ambulanten Pflege gibt es Gefahren, die das Tragen von Arbeits- und Schutzkleidung erfordern. Was in Krankenhäusern als selbstverständlich angesehen wird  beispielsweise Atemschutz, um die Übertragung von Keimen zu vermeiden  empfiehlt sich auch in der Häuslichen Pflege konsequent umzusetzen.

Vor allem in der Homecare-Versorgung, in der immer mehr Pflegedienste aktiv sind, ist das konsequente Tragen von Arbeits- und Schutzkleidung wichtig, um Gesundheitsgefährdungen für Beschäftigte und Pflegekunden zu minimieren.
Homecare ist noch ein relativ junger Versorgungsbereich im deutschen Gesundheitswesen. In den letzten zehn bis 15 Jahren hat sich Homecare zu einem unersetzlichen Bestandteil der ambulanten Patientenversorgung entwickelt. Homecare steht für eine sektorenverbindende Versorgungsform, die nach dem Grundsatz "ambulant vor stationär" arbeitet.

Homecare-Versorgungen sind für Menschen notwendig, die
- wegen ihrer schweren, chronischen Erkrankung zwingend auf die aktive und kontinuierliche Unterstützung im ambulanten Bereich angewiesen sind,
- bei einer Akuterkrankung und wegen verkürzter Liegezeiten im Krankenhaus eine professionelle, poststationäre Versorgung benötigen.

Von Christina Blachnik
Christina Blachnik ist freie Journalistin, sie lebt und arbeitet in Springe bei Hannover. E-Mail-Kontakt: blachnik@cbtext.de


Die Pflege transparenter darstellen
Zum Nutzen von Pflegediagnosen in der ambulanten Pflege

Um die Gesamtsituation eines Patienten zu erfassen, reichen medizinische Diagnosen allein nicht aus. NANDA-Pflegediagnosen, die zurzeit bekanntesten, stellen pflegerische Diagnosen in einer Systematik dar. Patienten können so in der ambulanten Pflege adäquater versorgt werden. Pflegedienste sollten in Pflegediagnosen aber auch die Chance sehen, sich im Gesundheitswesen zu etablieren.

Die Ökonomisierung der Pflege begann in den USA schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Aus diesem Anlass wurden die ersten Pflegetheorien generiert. Die Einführung von Pflegediagnosen hat in den USA erheblich zu Struktur und Klarheit im Pflegebereich beigetragen. Ursprünglich entwickelt, um Kosten zu sparen, geht die Pflegebranche mittlerweile von einem Professionalisierungsschub aus. Auch NANDA (North American Nursing Diagnosis Association) entstand in dieser Zeit.

Mit NANDA-Pflegediagnosen, die bis heute am weitesten entwickelten sind, lassen sich die individuelle Situation des Patienten und dessen Angehöriger sowie die Aufgabenbereiche der Pflegenden differenziert und flexibel zugleich darstellen. Pflegediagnosen beschreiben die Reaktionen des Pflegebedürftigen, die weit über die bisherige pflegerische Sichtweise während eines klassischen Krankenhausaufenthaltes hinausgehen.

Von Hildegard Klein
Hildegard Klein, Diplom-Sozialwissenschaftlerin, Fachkrankenschwester für ambulante Pflege, Beraterin und Coach in Köln, www.hildegard-klein.de


Ambulante Alternativen anbieten
Vom Pflegedienst zum Ambulanten Dienstleistungszentrum: auf diese Module kommt es an

Wer Kunden halten und neue gewinnen will, muss Angebote nach deren Bedürfnissen entwickeln. Pflegedienste können z. B. postoperative Nachsorge anbieten  auch in Pensionen und Hotels. Warum also diese Unterkünfte, früher als Krankenwohnungen bekannt, nicht auch selbst anbieten? Am besten verzahnt mit Angeboten wie einem Tagescafé und offener Beratung  Möglichkeiten gibt es viele.

Würde man untersuchen, welche Faktoren helfen, dass pflegebedürftige Menschen nicht in eine vollstationäre Einrichtung umziehen müssen, dürften die folgenden Möglichkeiten und Angebote vermutlich ganz oben auf der Liste der Nennungen stehen:
- eine barrierearme Wohnung (zumindest der Zugang ohne Stufen, ebenerdig oder Aufzug, Dusche statt Badewanne, möglichst mit flachem oder ebenerdigen Einstieg).
- Möglichkeiten der kurzzeitigen, intensiveren Versorgung bei Krisen, aber auch bei Ausfall der Pflegepersonen, sei es stunden- oder tageweise.
- Das Angebot an niederschwelliger Begleitung, vergleichbar mit Angeboten von Tagesmüttern oder Kindergärten für kleine Kinder.

Die momentanen Angebote für diese Probleme stellen oft keine geeigneten Lösungen dar, einige Beispiele:
- Betreutes Wohnen
Betreutes Wohnen wird als Gattungsbegriff verwendet, wenn man barrierearme bzw. barrierefreie Wohnungen in Verbindung mit in der Regel obligatorischem Hausnotruf sowie weiteren Beratungs- und Vermittlungstätigkeiten verbindet. Eine tatsächliche Betreuung, also eine persönliche zeitliche Zuwendung für den einzelnen Bewohner, ist weder gedacht noch findet sie statt. Laut DIN-Norm 77800 Betreutes Wohnen umfassen die allgemeinen Betreuungsleistungen "Notrufdienste, die Vermittlung von Dienst- und Pflegeleistungen oder Informationen und Beratungsleistungen". Nur hierfür wird die Betreuungspauschale berechnet. Alle weiteren vermittelten Dienstleistungen sind in der Regel kostenpflichtig. Auch eine permanente Anwesenheit von Personal ist im Prinzip nicht vorgesehen.

Von Andreas Heiber
Andreas Heiber ist Inhaber des auf die Beratung ambulanter Pflegeeinrichtungen spezialisierten Unternehmens System & Praxis.

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