Die Verpflegung bestimmt – neben Wohnen, Pflege und Betreuung
– entscheidend über Qualität und Wettbewerbsfähigkeit eines
Altenund/ oder Pflegeheimes. Gerade im Alter ist Essen mehr
als Ernährung und Befriedigung einer physiologischen Notwendigkeit.
Im Altenund/ oder Pflegeheim strukturieren die Essenszeiten
den Tagesablauf, die gemeinsamen Mahlzeiten sind wichtige
Begegnungen. Die Heimküche vermittelt den BewohnerInnen
über die Auswahl der Produkte, die Qualität der Zubereitung,
die Art der Präsentation und über die Atmosphäre im Speiseraum,
welche Wertschätzung und welche Vorstellung von Lebensqualität
ihnen entgegengebracht wird.
Nur unter Einbeziehung der Küche kann die Verbesserung der
Lebensqualität im Heim erfolgreich sein.
Üblicherweise
lernt der Koch seinen Beruf in der Gastronomie und wechselt
ohne weitere Qualifikation in die Küche eines Alten- und/
oder Pflegeheimes. Die neuen Heimgäste und deren spezielle
Lebenssituation kennt der Koch kaum oder gar nicht und hat
es schwer,sich darauf einzustellen. So bleiben die vielen
Möglichkeiten der Heimküche zur Verbesserung der Lebensqualität
oft ungenutzt.
Mit einer traditionellen Heimverpflegung werden sich in
Zukunft jedoch immer weniger Heimbewohner zufriedengeben.
Gesundheitsbewusster und besser über Ernährungsfragen und
deren Bedeutung informiert, steigern sie ihre Ansprüche
an die Heimküche. Schließlich müssen Heimbewohner seit Einführung
der Pflegeversicherung die Verpflegungskosten im Rahmen
der Hotelkosten selbst zahlen. Auch unter diesem Aspekt
ist die Heimküche gefordert, ihren Beitrag zur Steigerung
der Attraktivität des Heimes nach innen und außen zu leisten.
Darüber hinaus muss sich auch die Küche in Alten- und Pflegeheimen
auf die wachsende Zahl dementer und stark pflegebedürftiger
Bewohner einstellen. Hier gilt es, für ein neues Aufgabenverständnis
in der Verpflegung zu sensibilisieren. Gute Konzepte verbessern
nicht nur den Ernährungszustand und unterstützen die Eigenständigkeit
der Bewohner, sie aktivieren auch die Erinnerungsarbeit.